Craniosacrale-Therapie

Die Craniosacral-Therapie ist eine sanfte, manuelle Form der Körperbehandlung. Sie kann in ihrer Vielfalt und Effektivität als für sich stehende Behandlung angewendet oder mit anderen Methoden kombiniert werden.

Behandelt wird vorwiegend am Schädel (Cranium), der Wirbelsäule und am Kreuzbein (Sacrum), daher die Bezeichnung Craniosacral.

Grundlegend ist der Craniosacral-Rhythmus. Bei allen Lebewesen mit Hirn und Rückenmark ist neben dem Herz-Kreislauf-System und dem Atemsystem noch das craniosacrale System vorhanden. In bestimmten Regionen unseres Schädels wird eine Flüssigkeit, der Liquor, gebildet. Das Gehirn und das Rückenmark sind in diese Flüssigkeit eingebettet und werden von ihr versorgt und geschützt. Sie fließt in einem Membransystem, das sich bis ins Becken erstreckt. Der Rhythmus in dem sich der Liquor bewegt, nennt man Craniosacral-Rhythmus. Der Liquor pulsiert normalerweise in einem Rhythmus von 6 - 14 Zyklen pro Minute vom Schädel zum Kreuzbein. Harmonisch mitbewegt werden so auch die einzelnen Knochen des craniosacralen Systems.

Der freie uneingeschränkte Fluss des Liquors und die Bewegung der knöchernen Teile des cranialen Systems reguliert zahlreiche Körperfunktionen und ist somit für das Wohlbefinden des Menschen von großer Bedeutung. Entsteht eine Störung des Gehirn­wasser­flusses, können eine Vielzahl von Beschwerden auftreten.

Mit der Craniosacral-Behandlung werden sowohl das autonome und zentrale Nerven­system als auch der Bewegungsapparat unterstützt. Sie intensiviert unsere Selbst­regulation, Selbstheilungskräfte und Immun­stärke. Dadurch weist diese Therapie­form ein großes Anwendungsspektrum auf: Sie ist einerseits wichtig für Regeneration und Gesunderhaltung und andererseits heilungs­unterstützend bei der Therapie von Beschwerden und Krankheiten. Der Körper wird von außen nach innen entspannt. Die Sinne werden geschult und erweitert. Alle unsere Sinne sind Tore der Wahrnehmung. Über sie erhalten wir Eindrücke und Empfindungen von unserem "Innen und Außen", d.h. von uns selbst, der Umwelt all­gemein und unserem sozialen Umfeld.

Ursprung und Geschichte:
Der Ursprung der craniosacralen Therapie liegt in der cranialen Osteopathie, einem Teilgebiet der klassischen Osteopathie. Die craniale Osteopathie wurde von William Garner Sutherland (1873 - 1954) entwickelt. Er machte die sensationelle Entdeckung, dass der Craniosacral-Rhythmus über minimale Bewegungen z.B. der Schädelknochen spürbar und somit beeinflussbar ist.

Behandlung:
Die Behandlung dauert ca. 1 Stunde. Der Patient liegt bekleidet auf der Liege. Durch leichte Berührung an Körper, Kreuzbein und Schädel sammelt der Therapeut Informationen über den körperlichen Zustand des Patienten.

Die Aufgabe des Therapeuten ist es nun, Blockierungen dieses rhythmischen Flusses zu erspüren und während der Behandlung durch spezielle, sehr sanfte Drucktechniken wieder aufzulösen.

Der Körper findet selbst zu Harmonie und Freiheit der Bewegung zurück. Durch die Craniosacral-Therapie sind sehr tiefe Entspannungszustände möglich, die eine umfassende Regeneration des Nervensystems von innen heraus erlauben.

Sie ist besonders geeignet zur Behandlung von Schmerzzuständen (auch chronische) wie Kopf­schmerzen und Migräne, Tinnitus, Rücken-, Schulter- und Armbeschwerden, psycho­soma­tische Krankheitsbilder, Stress usw. Anspannungen im Kopf-, Nacken- und Schulterbereich kommen bei vielen Menschen vor und lassen sich fast immer beheben.